Am 27.05.2026 wurde die Tierhilfe über mehrere freilebende Katzen informiert, die sich regelmäßig auf einem Privatgrundstück aufhalten. Geplant war ursprünglich ein Vor-Ort-Termin zur Einschätzung der Situation sowie zur Besprechung möglicher Kastrationsmaßnahmen.
Vor Ort entwickelte sich die Lage jedoch schnell zu einem akuten Rettungseinsatz.
Die Melderin berichtete, dass eine der Streunerkatzen vor kurzem Kitten bekommen hatte. Diese befanden sich in einem schwer zugänglichen Hohlraum im Dachbereich eines alten Schuppens, der lediglich über eine kleine Öffnung von der Mutterkatze erreicht werden konnte.
Aufgrund der hohen Außentemperaturen bestand die Sorge, dass sich die Hitze in dem abgeschlossenen Bereich bereits gefährlich staute. Gemeinsam mit der Besitzerin wurden deshalb Teile der Außenverkleidung des Schuppens entfernt, um Zugang zu den Jungtieren zu erhalten.
Im Inneren des Hohlraums bot sich den ehrenamtlichen Helfern ein trauriges Bild. Insgesamt wurden vier Kitten aufgefunden. Drei der Kitten konnten nur noch tot geborgen werden, zwei davon waren bereits in stark verwestem Zustand. Ein überlebendes Kitten lag geschwächt mit verklebten Augen zwischen der Dämmung und konnte gesichert werden.
Das kleine weibliche Kitten, inzwischen „Mali“ genannt, wurde unmittelbar tierärztlich versorgt. Mali ist etwa 3 Wochen alt, leidet aktuell unter leichtem Katzenschnupfen und benötigt aufgrund ihres jungen Alters intensive Versorgung mit Ersatzmilch.
Unser großer Dank gilt an dieser Stelle Tierarzt Dirk Missal für die schnelle und unkomplizierte Unterstützung bei der medizinischen Erstversorgung.
Die Suche wird fortgesetzt
Die Mutterkatze hält sich weiterhin im Umfeld des Grundstücks auf und hat die eingerichtete Futterstelle angenommen. Zudem gibt es Hinweise darauf, dass sie möglicherweise ein weiteres Kitten umgesetzt hat. Aktuell werden Maßnahmen vorbereitet, um die Kätzin gemeinsam mit dem Jungtier zu sichern und im besten Fall eine Zusammenführung mit Mali zu ermöglichen.
Die Kittenrettung in Tangermünde zeigt erneut, wie verborgen das Leid vieler Straßenkatzen oftmals bleibt. Nicht kastrierte Katzen vermehren sich unkontrolliert, wodurch immer wieder auch Jungtiere unter schwierigen und lebensgefährlichen Bedingungen geboren werden.
Für die Gemeinde Stadt Tangermünde gilt mittlerweile eine Kastrations- und Chippflicht für Freigängerkatzen, die ab dem Jahr 2025 geboren wurden. Unabhängig davon bleibt die Kastration aller Freigängerkatzen ein wichtiger Beitrag, um weiteres Leid zu verhindern.
Als kleiner ehrenamtlicher Verein mit vielen Aufgaben freuen wir uns über deine Unterstützung, um Kitten wie Mali helfen zu können.


- In dem oberen Teil des Schuppens (hier bereits ohne Dämmung) lagen die Kitten in einem Hohlraum ↩︎
