Wir nehmen Abschied von Felix, Pippin und Nori
Einige von euch haben sicherlich unseren Bericht im MDR Sachsen-Anhalt verfolgt. Unsere Vorsitzende Claudia spricht darin über die Arbeit mit den Streunern und die Herausforderungen, vor denen wir aktuell stehen.
Die Streunerhilfe der Elbeland Tierhilfe ist neben der Versorgung notleidender Wildtiere und der Tiersicherung derzeit eines unserer kräftezehrendsten Projekte. Nicht wegen der täglichen Routineaufgaben, die wir mit größter Verbindlichkeit erfüllen, sondern wegen des gehäuften Auftretens der Parvovirose bei Streunerkatzen und der furchtbaren Krankheitsverläufe bei Katzen, die neu zu uns gefunden haben – darunter 33 Kitten.
Abschied von Felix, Pippin und Nori
Wie man unserer Vorsitzenden im MDR-Bericht sicherlich ansehen konnte, wiegen unsere Herzen im Moment schwer. Unser lieber Felix, gerade einmal zwei Jahre alt, sowie Pippin und Nori, Fionas erst vier Monate alte Kitten, sind innerhalb von nur 36 Stunden an der Parvovirose verstorben.
Felix war gerade nach einer längeren Abgängigkeit, die sehr untypisch für ihn war, wieder zu seinem Sozialverband zurückgekehrt. Er war der „Mann im Haus“, ein herzlicher Schmusekater. Pippin und Nori wurden gerade erst von ihrer Mutter Fiona an die Futterstelle herangeführt. Sie sollten dort lernen, dass Menschen auch gut zu ihnen sein können.
Ihr Verlust schmerzt uns deshalb auf mehreren Ebenen. Für die liebe Versorgerin vor Ort sind drei vertraute Tiere plötzlich nicht mehr da. Gleichzeitig beeinflusst der Verlust dieser drei Katzen auch das Populationsmanagement an diesem Standort.
Streunerkatzen nachhaltig schützen: Kastration, Anstammung und Impfung
Unser Ziel ist eine stabile und gesunde Katzenpopulation. Dafür braucht es die organisierte Anstammung der bislang wildlebenden Tiere, eine möglichst hohe Kastrationsrate und den Aufbau einer Herdenimmunität durch konsequentes Impfen.
Erst das Zusammenspiel dieser Maßnahmen ermöglicht ein nachhaltiges Populationsmanagement: Die Tiere werden an die Versorgungsstandorte und den dort bestehenden Sozialverband herangeführt, medizinisch versorgt und können langfristig sicher betreut werden. Für Kastrationen und das Chippen von Streunerkatzen hat die Elbeland Tierhilfe bereits rund 3.800 Euro aus Spenden finanziert.
Bereits im Juni konnte die Elbeland Tierhilfe das Vorkommen der Parvovirose in der Stadt Tangermünde durch eine Laboruntersuchung nachweisen. Der Fundort des damals verendeten Tieres liegt nur wenige Kilometer von der Futterstelle entfernt, an der Felix mit seinem Sozialverband lebte.
Seitdem haben wir 36 Impfdosen zur Verfügung gestellt und dafür rund 2.700 Euro investiert. Mehr als 50 Katzen an unseren Versorgungsstandorten haben bislang noch keine Impfung erhalten – nicht, weil wir ihre Bedeutung unterschätzen, sondern weil uns dafür derzeit schlicht die finanziellen Mittel fehlen.
Parvovirose bei Katzen: Warum Impfungen und Hygiene so wichtig sind
Die Parvovirose bei Katzen ist eine schwere Infektionskrankheit, die insbesondere Kitten, ungeimpfte und immungeschwächte Tiere treffen und innerhalb kurzer Zeit zum Tod führen kann. Im Umgang mit diesem unsichtbaren Erreger brauchen Tierhilfen, Behörden und auch Privatpersonen, die regelmäßig mit Streunerkatzen in Kontakt kommen, geeignete Möglichkeiten, um die Ausbreitung des Virus zu verlangsamen.
Dazu gehört insbesondere eine lückenlose Quarantäne von Tieren, die kurzfristig aufgenommen und versorgt werden müssen. Auch das verursacht zusätzliche Kosten – beispielsweise für spezielle Flächen- und Handdesinfektionsmittel, die für eine wirksame Bekämpfung des Erregers erforderlich sind und deutlich teurer sind als herkömmliche Produkte.
Wir wollen nicht dabei stehen bleiben, Verluste zu beklagen. Wir wollen dafür sorgen, dass möglichst viele weitere Katzen geschützt werden können.
Streunerhilfe in Tangermünde unterstützen
Deshalb bitten wir an dieser Stelle noch einmal dringend darum, die Streunerhilfe der Elbeland Tierhilfe zu unterstützen. Jeder Beitrag hilft uns dabei, Kastrationen, Impfungen, medizinische Versorgung und die notwendige Hygiene an unseren Versorgungsstandorten weiterzuführen.
Unser Ziel bleibt klar: Streuner sollen eine sichere Zukunft haben. Dafür setzen wir uns mit großer Entschlossenheit gemeinsam mit den tierlieben Bürgerinnen und Bürgern unserer Region ein.
Futterspenden nehmen wir gern persönlich entgegen. Jede noch so kleine Geldspende fließt unmittelbar in unsere Streunerhilfe und hilft dabei, unsere Arbeit vor Ort fortzuführen.
In Ehren für Felix, Pippin und Nori
Es tut uns unfassbar leid, dass wir euch nicht helfen konnten. Wir hätten euch gern mehr Zeit gegeben.

