Die Elbeland Tierhilfe setzt sich dafür ein, dass Kitten von Streunerkatzen möglichst bei ihren Müttern bleiben können. Wenn sie innerhalb einer Streunerkolonie unter größtmöglichem Schutz aufwachsen und sich entwickeln können, ist eine Herausnahme für uns grundsätzlich nicht das Ziel. Herausnahmen oder Trennung bleiben die Ausnahme.

Eine solche Ausnahme ist der kleine Guzzo.

Guzzo war gerade einmal zwei Wochen alt, als aufmerksame Menschen, die sich zu Besuch in einem Eiscafé in Salzwedel befanden, plötzlich das laut schreiende Katzenbaby wahrnahmen. Sie machten sich auf die Suche und fanden schließlich den winzigen Kater weinend in einem Schacht.

Guzzo war zu diesem Zeitpunkt dehydriert, unterkühlt, völlig verfloht und bereits in einem sehr schlechten Allgemeinzustand. Dass er überhaupt gefunden werden konnte, verdankte er seinem enormen Lebenswillen: Mit letzter Kraft machte er auf sich aufmerksam. Seine Retter holten ihn aus dem Schacht und begannen damit, das völlig entkräftete Kitten zu wärmen.

Ein Streunerkitten, das nicht zu seiner Mutter zurückkonnte

Bei Guzzo handelte es sich mit hoher Wahrscheinlichkeit um ein Streunerkitten. Vermutlich fiel er seiner Mutter beim Tragen in den Schacht. Für sie blieb er dort unerreichbar, sodass sie ihn zurücklassen musste.

Unter normalen Umständen würden wir alles daransetzen, ein Kitten zu seiner Mutter zurückzuführen. Bei Guzzo war dies jedoch nicht möglich. Sein Zustand war bereits kritisch und eine Rückkehr zur Mutter konnte nicht organisiert werden.

Seine Retter nahmen deshalb Kontakt zur Elbeland Tierhilfe auf. Da der kleine Kater dringend Ersatzmilch und eine intensive Versorgung benötigte, stellten wir alles zur Verfügung, was zu diesem Zeitpunkt notwendig und hilfreich war. Gleichzeitig blieben wir mit seinen Findern im engen Austausch.

Sehr schnell stand für sie fest: Guzzo soll bleiben.

Sie übernahmen die Verantwortung für das kleine Findelkind in aller Verbindlichkeit, scheuten keine Kosten, brachten ihn zur tierärztlichen Versorgung und kümmerten sich Tag und Nacht um seine Bedürfnisse.

Heute: acht Wochen alt und voller Energie

Die Entwicklung, die Guzzo seit seiner Rettung genommen hat, ist beeindruckend. Heute ist er acht Wochen alt und von dem völlig entkräfteten kleinen Kater ist kaum noch etwas zu erkennen. Guzzo hat sich zu einem neugierigen, lebhaften und ausgesprochen energiegeladenen Katzenkind entwickelt.

Unsere Vorsitzende Claudia hat ihn inzwischen besucht und konnte sich selbst davon überzeugen, wie großartig sich der kleine Kater entwickelt hat. Seine neue Familie versorgt ihn mit viel Herzblut – und Guzzo revanchiert sich offenbar auf seine ganz eigene Art.

Er stellt das Leben seiner neuen Menschen und von Hündin Amber inzwischen gehörig auf den Kopf. Spielen, Erkunden, Klettern und jede Menge Unsinn gehören schließlich zu einem acht Wochen alten Katzenkind dazu.

Vor allem aber versprüht Guzzo eine beeindruckende Lebensfreude.

Guzzo und Hündin Amber im Spielmodus.

Und wenn man Guzzo heute erlebt, ist vor allem eines offensichtlich: Er hat seine Chance genutzt.