Immer wieder möchten wir euch ein Update aus unserer Tierhilfe im Elbeland Tangermünde schreiben. Immer wieder passiert so viel, dass wir einfach nicht dazu kommen.
Und immer wieder klingelt das Telefon …
Eine Igelin wird entdeckt, die vermutlich tagelang in einem Zaun festgesteckt hat. Eine Graugans wird mit Kippflügeln im Hafen von Tangermünde gefunden. Ein Kitten liegt mit gebrochenem Becken und massivem Madenbefall in einer Hecke. Ein gerade einmal zwei Wochen altes Kitten wird dehydriert aus einem Schacht gesichert. Ein Hund entwischt aus seiner Pflegestelle.
Und dann kommt der nächste Anruf …
Wenn Hilfe keine Pause macht
Viel zu oft sagen wir immer noch ja, obwohl wir eigentlich kaum noch zusätzliche Belastung auf unseren Schultern tragen können. Weil da dieses Tier ist. Weil jemand Hilfe braucht. Weil Wegschauen für uns keine Option ist.
Und dann … stirbt in all dem Trubel unsere liebe Roxy.
Wir sind seit rund 15 Jahren im Tierschutz aktiv. Rein ehrenamtlich. Und manchmal bleibt selbst für die eigenen Verluste kaum Zeit, weil das nächste Tier bereits auf Hilfe wartet.
Als Roxy gestorben ist, hatten wir das große Glück, dass unsere liebe Tierärztin im Bereitschaftsdienst war. Sie hat uns mitten in der Nacht aufgefangen, Roxy versorgt und alles dafür getan, dass sie in größtmöglichem Frieden gehen konnte. Für uns war das in diesem Moment unendlich wertvoll.
Zwei weitere Verluste
Und heute mussten wir zwei weitere Verluste verkraften.
Unser Vereinskater Felix wird seit Kindesbeinen von der lieben Heike an einer Futterstelle versorgt. Vor einigen Wochen verschwand er. Zwei Wochen später war auch seine Schwester Flora verschwunden. Vor wenigen Tagen tauchten beide wieder auf: Flora stark abgemagert an der Futterstelle, Felix etwas entfernt, scheu und verunsichert. Er ließ sich nicht fangen.
Heute Morgen wurde Felix tot aufgefunden.
Stunden später wurde ein etwa vier Monate altes weibliches Kitten aus demselben Sozialverband, zu dem auch Felix und Flora gehören, schwer apathisch gefunden. In der veterinärmedizinischen Bereitschaftspraxis konnte nur noch der Tod der kleinen Kätzin festgestellt werden.
Beide Tiere werden morgen früh dem Landesamt für Verbraucherschutz (LAV) übergeben. Wir wollen wissen, woran sie gestorben sind. Dafür müssen wir nun die pathologischen Untersuchungen abwarten.
Unsere Herzen sind im Moment schwer.
Warum wir trotzdem weitermachen
Wir bearbeiten nahezu täglich Tiernotfälle im Elbeland und gleichzeitig wird die finanzielle Unterstützung spürbar weniger. Wir wissen, dass die Zeiten für viele Menschen schwierig sind. Aber wir können nicht einfach aufhören.
Wir müssen weitermachen.
Natürlich ist unser oberstes Ziel, akutes Leid zu lindern und Tiere zu schützen. Aber unsere Arbeit geht weit darüber hinaus.
Wir wollen nicht immer nur den nächsten Notfall auffangen. Wir wollen die Ursachen des Leids von Streunerkatzen nachhaltig reduzieren. Deshalb arbeiten wir mit Bürgerinnen und Bürgern zusammen, die Futterstellen betreuen, Tiere beobachten und uns Notfälle melden.
Wir haben großartige Tierärztinnen und Tierärzte an unserer Seite, die sich mit uns gegen das Leid der Tiere stellen und sie gemeinsam mit uns schützen.
Wir haben den Rückenwind der Stadt Tangermünde, die uns mit Kastrationsmitteln und Sachkostenzuschüssen unterstützt. Dadurch können wir professionelles Fangequipment einsetzen und müssen nicht improvisieren, wenn Tiere gesichert werden müssen.
Und wir haben ein Netzwerk aus Menschen, die auf Augenhöhe mit uns dasselbe wollen: notleidende Tiere schützen und tierliebe Menschen in ihrem Engagement unterstützen.
Tierhilfe braucht Unterstützung
Das alles funktioniert aber nicht ohne finanzielle Unterstützung.
Wir brauchen eure Hilfe, damit wir unsere Tierhilfe im Elbeland Tangermünde auch weiterhin leisten können – bei akuten Tiernotfällen ebenso wie bei unserer langfristigen Streunerhilfe.

