Fördermittel für die Kastration freilebender Katzen erneut vorzeitig aufgebraucht

In einem Pressebericht der Volksstimme vom 06.08..2026 über die Förderung der Kastration freilebender Katzen in Sachsen-Anhalt entstand der Eindruck, unser Verein habe seinen Förderantrag erst verspätet gestellt und deshalb keine Unterstützung für das Jahr 2026 erhalten. Diese Darstellung möchten wir richtigstellen.

Unser Antrag wurde fristgerecht innerhalb der laufenden Förderperiode eingereicht. Zu diesem Zeitpunkt waren die für 2026 vorgesehenen Fördermittel jedoch bereits vollständig ausgeschöpft.

Die Förderperiode für die Kastration freilebender Katzen läuft bis Ende Oktober 2026. Anträge können innerhalb dieses Zeitraums gestellt werden. Eine Antragstellung zu einem früheren Zeitpunkt hätte in unserem Fall somit nichts daran geändert, dass die verfügbaren Mittel bereits aufgebraucht waren.

Für uns hat diese Situation konkrete Folgen: Die eingeplante finanzielle Unterstützung fällt weg, während die Kosten für die Versorgung der von uns betreuten Streunerkatzen weiterhin anfallen.

Der Bedarf besteht weiterhin

Wir versorgen derzeit sechs Standorte für freilebende Katzen, zwei weitere befinden sich im Aufbau. Insgesamt betreuen wir aktuell 73 Streunerkatzen, darunter 33 Kitten. Nahezu zwei Drittel dieser Tiere sind in diesem Jahr neu hinzugekommen.

Damit wächst nicht nur die Zahl der Tiere, für die wir Verantwortung übernommen haben. Auch der finanzielle Aufwand für Futter, Kastrationen, Impfungen und notwendige tiermedizinische Behandlungen steigt entsprechend.

Die öffentliche Förderung wäre für unsere ehrenamtliche Arbeit eine wichtige Entlastung gewesen. Sie hätte die tatsächlichen Kosten allerdings ohnehin nur teilweise abgedeckt. Behandlungen bei Parasitenbefall oder Infektionen sowie Impfungen werden beispielsweise nicht finanziert. Auch die förderfähigen Kosten pro Tier und Verein sind begrenzt.

Die nun weggefallene Förderung hinterlässt deshalb eine Finanzierungslücke, die wir als kleiner, ausschließlich ehrenamtlich getragener Verein nicht ohne Weiteres auffangen können.

Der Impfschutz ist unverzichtbar

Wie wichtig neben der Kastration auch die medizinische Versorgung ist, zeigt ein aktueller Laborbefund aus unserer Tierschutzarbeit.

Am 16. Juni 2026 wurde uns ein verendeter Jungkater als Totfund gemeldet. Wir übergaben das Tier zur Untersuchung an das Landesamt für Verbraucherschutz (LAV). Der Laborbefund ergab einen positiven Nachweis des felinen Panleukopenievirus, auch als Katzenseuche bezeichnet.

Besonders junge, geschwächte und ungeimpfte Katzen sind durch eine Infektion gefährdet. Die Erkrankung kann insbesondere bei diesen Tieren schwer verlaufen und tödlich enden.

Der Befund macht deutlich: Verantwortungsvolle Streunerkatzenhilfe besteht nicht allein aus Kastrationen. Auch Impfungen, Gesundheitskontrollen und die Behandlung erkrankter Tiere sind wichtige Bestandteile einer nachhaltigen Versorgung.

Und genau diese zusätzlichen Kosten müssen wir vollständig aus Vereinsmitteln und Spenden finanzieren.

Wir können die Versorgung nicht einfach einstellen

Die ausgebliebene Förderung bedeutet für uns nicht, dass der Bedarf an Kastrationen und medizinischer Versorgung ebenfalls entfällt. Die Katzen an unseren Versorgungsstandorten sind weiterhin da. Sie müssen gefüttert, beobachtet und bei Bedarf tiermedizinisch versorgt werden. Und die Kastrationen müssen weitergehen, wenn wir die Population langfristig und tierschutzgerecht regulieren wollen.

Ohne die eingeplante Förderung stehen wir vor einer erheblichen finanziellen Herausforderung.

Wir können die entstandene Finanzierungslücke nicht dauerhaft allein aus unseren bisherigen Vereinsmitteln schließen. Jeder zusätzliche medizinische Fall, jede Kastration und jede Impfung bedeutet für uns derzeit eine weitere Ausgabe, die nicht durch eine bewilligte Förderung aufgefangen wird.

Deshalb ist uns die Klarstellung zum Förderantrag wichtig – und ebenso wichtig ist es, transparent zu machen, welche Folgen die ausgeschöpften Fördermittel für unsere Arbeit tatsächlich haben.

Wir werden weiterhin alles daransetzen, die von uns betreuten Tiere zu versorgen und die dringend notwendigen Kastrationen durchzuführen. Dafür sind wir jedoch mehr denn je auf Spenden und Unterstützung angewiesen.

Denn eines ist trotz fehlender Fördermittel unverändert: Die Tiere sind da. Und ihre Versorgung kann nicht warten.

Hier kannst du deine Soforthilfe-Streunerpatenschaft abschließen oder einem Streuner mit deiner PayPal-Spende helfen.

𝐒𝐩𝐞𝐧𝐝𝐞𝐧𝐤𝐨𝐧𝐭𝐨:

Elbeland Tierhilfe Tangermünde e.V.

Kreissparkasse Stendal

IBAN: DE54 8105 0555 0101 0436 19

BIC: NOLADE21SDL

Bildquellen: Links: Jessika Th. – Mutterkatze mit fünf Neugeborenen; Mitte: Tierarztpraxis J. Trawiel – Kitten Tilla aus Bölsdorf, Check-up beim zweiten Impftermin; rechts: ELTi – Neuzugang Hermine kurz vor ihrer Kastration